Der TV Neuhausen gewinnt in der Hofbühlhalle gegen den ehemaligen Drittligisten aus
Köndringen und Teningen. Doch am Ende wird es deutlich enger als ursprünglich gedacht.
Alle Dämme brachen in der Neuhäuser Hofbühlhalle, als Edis Camovic den letzten Angriff der
SG Köndringen/Teningen, von rechts außen vorgetragen, entwertete. Denn damit war Schluss
und der TV Neuhausen hatte ein 32:31 mit Mühe über die Ziellinie gerettet. Zuvor hatte man
die Partie weitestgehend im Griff und ließ die Gäste wieder Oberwasser gewinnen.
Doch von vorne: Der Cheftrainer hatte einen Trick aus dem Ärmel gezaubert, der schon in
Schmiden funktioniert hatte: den siebten Feldspieler. Und das nicht nur gelegentlich, sondern
konsequent nahezu in jedem Angriff. Damit waren die Gäste aus Köndringen und Teningen
nach dem ersten Viertel der Partie einigermaßen überfordert. Ab dem 6:6 (13.) durch Nik
Wittke hatten die Ermstäler mächtig Oberwasser und enteilten auf 11:7 (22.) – hinzu kam, dass
Torhüter Marc Vogel einen glänzenden Auftritt aufs Parkett legte und gar einen Strafwurf
parierte. Der Abstand von vier Treffern blieb auch noch eine Weile bestehen, nach einer TVN-
Auszeit wuchs der sogar an. Zunächst der am Ende achtfache Torschütze Manuel Bauer zum
15:10, dann versiebten die Gäste eine Chance und Patrik Letzgus schweißte unwiderstehlich
zum 16:10-Zwischenstand nach 27 Minuten ein. In die Pause gingen die Teams dann beim
Stand von 18:13.
Nach dem Seitenwechsel wurde schnell klar, dass die Männer der SG Köndringen/Teningen
eine deutliche Kabinenansprache zu hören bekommen hatten. Man ging besser mit der
taktischen Finesse des TV Neuhausen um und kam bis zur 40. Minute auch auf 23:20 heran.
Toni Lutter beorderte Marc Vogel zurück ins Tor, also auch während der Angriffe und
unterband so die einfachen Gegentore ins leere Gehäuse. Die waren vermehrt zustande
gekommen, weil die Hausherren ihre Angriffe nicht mehr so konsequent zu Ende spielten als
das noch in der ersten Halbzeit der Fall gewesen war. Der TVN wehrte sich lange gegen das
Drohende, doch nach 53 Minuten fiel dann der 27:27-Ausgleich. Mehr noch: Die Gäste
drehten die Partie und gingen in der Folge mehrere Mal mit einem Tor (29:30, 57.) in Führung.
Aber Nik Wittke war es, der am Kreis im Stile eines Funkturms das Spielgerät vom Himmel
pflückte und kompromisslos auf 31:30 stellte. Das war freilich auch verdient, wenn man sich
den gesamten Spielverlauf vor Augen führte. Matthias Götz schien die Weichen final auf
Heimsieg zu stellen mit seinem Treffer zum 32:31. Mit nur noch zwölf Restsekunden wollten
die Köndringer/Teninger durch eine finale Auszeit zumindest einen Punkt aus Neuhausen
entführen. Doch den letzten Angriff parierte Edis Camovic – und hielt somit das 32:31 fest.
TVN-Trainer Toni Lutter sah nach dem Spiel natürlich auch den Umstand kritisch, dass man sich
nach einem eigentlich komfortablen Sechs-Tore-Vorsprung nochmals in Bedrängnis bringen
ließ, doch hatte auch viel Positives gesehen. „Ein großes Kompliment an die Abwehr samt
Torhüter heute. Gerade im sechs gegen sechs haben wir das gut verteidigt.“ Mit Blick auf das
Lazarett, etwa Patrick Bauer und Valentin Moszdien fehlten, sei der Sieg hervorragend.
Angesprochen auf den taktischen Kniff des siebten Mannes blickte auch Lutter auf das
Schmiden-Spiel zurück: „Da haben wir so acht Tore aufgeholt und deshalb jetzt daran
festgehalten.“ Es war zuletzt auch dieser Akt, der dem TVN am Ende zum vielumjubelten Sieg
verholfen hatte.
buxx
TV Neuhausen: Vogel, Camovic – Streubel, Pohr, Hafner (3), Stahl (2), Nothdurft (2), Götz (2),
Letzgus (7/3), Wittke (4), Randecker, M. Bauer (8), Böhm (4)
